Sie sind hier:
rbbonline | Nachrichten | Wirtschaft


Die Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs in Berlin und dem Umland müssen weiterhin mit einer Erhöhung der Ticketpreise rechnen.
Zwar fasste der Beirat des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) am Mittwoch noch keinen Beschluss. Eine VBB-Sprecherin erklärte allerdings nach der Sitzung, dass die allgemeine Kostenentwicklung in den vergangenen Monaten "auch an den Verkehrsunternehmen nicht spurlos vorüber" gehe. Und diese Kosten, die Unternehmen nannten dabei insbesondere die Energiekosten, müssten ausgeglichen werden. Die Entscheidung über eine mögliche Erhöhung trifft der Aufsichtsrat. Er tagt am 15. März wieder.
Bislang allerdings gibt es nach Angaben von Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) noch keine Zustimmung vom Land Brandenburg. Aufgabe der Regierung sei es, zwischen steigenden Ticketpreisen und der Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs abzuwägen.
Fahrgastverband: Es gibt noch Einsparpotenziale
Der Fahrgastverband IGEB kritisierte die Pläne für eine neuerliche Tariferhöhung.
Zwar sei es richtig, dass Energie teurer geworden ist, sagte der stellvertretende Vorsitzende Jens Wiesecke dem rbb. Man habe auf der anderen Seite jedoch auch Mehreinnahmen durch steigende Fahrgastzahlen. Zudem gebe es insbesondere bei den Berliner Verkehrsbetrieben noch Einsparpotentiale. Als Beispiel nannte Wiesecke das noch nicht umgesetzte Beschleunigungsprogramm für Busse und Straßenbahnen. Wenn anstelle von fünf Bussen bloß noch vier gebraucht würden, sei das eine Einsparung im zweistelligen Millionenbereich.
Der VBB hat die Preise zuletzt zum Januar 2011 erhöht. Ob Fahrtickets ab August erneut teurer werden, entscheidet endgültig der VBB-Aufsichtsrat am 15. März.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/nachrichten/wirtschaft/2012_02/vbb_beraet_ueber_fahrpreiserhoehungen.html