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Mo 20.02.12 18:30

Service

Brustkrebs

Knapp 60.000 Frauen in Deutschland erkranken jedes Jahr an Brustkrebs. Eine von ihnen ist Marion Elsner aus Pankow.

Vor zweieinhalb Jahren erhält sie die Diagnose, die ihr Leben mit einem Schlag verändert. Über ihre Erfahrungen hat sie nun einen Ratgeber für andere Betroffene geschrieben.

"Der kleine Notfallkoffer" ist ein sehr persönliches Buch, das anderen betroffenen Frauen Mut machen soll. Marion Elsner schildert darin, wie bei ihr im Juni 2009 durch eine Mammografie ein bösartiger Tumor in der Brust entdeckt wurde, wie sie anschließend operiert wurde und eine Bestrahlungstherapie erhielt.

Nach dem ersten Schock hatte sie viele Fragen und verstand nicht sofort alles, was die Ärzte ihr sagten. Vor allem beim ersten Gespräch, als die Ärztin ihr erläuterte, welcher Art der Tumor ist, ob er gestreut hat etc. verstand sie kaum etwas. Im Gespräch mit anderen Betroffenen erfährt sie, dass es anderen auch so erging. Ihre Familie brachte ihr verschiedene Berichte über die Krankheit, doch oft widersprachen sich die Infos. Auch im Internet wird ihrer Erfahrung nach viel Unsinn erzählt.

Sie suchte vergeblich nach einem einfachen, leicht verständlichen Buch, eine Art Fahrplan. Viele Bücher waren schwer zu verstehen, weil sie von Fachbegriffen wimmelten. Andere waren nur auf eine bestimmte Thematik beschränkt. Sie holte sich ihr Wissen mühsam aus verschiedenen Büchern und Broschüren. Dann entstand die Idee, einen Ratgeber von Betroffener zu Betroffener zu schreiben, leicht verständlich, mit vielen praktischen Tipps, zum Beispiel zum Thema Perückenkauf, Beantragung einer Kur und Ernährung.
"Der kleine Notfallkoffer" von Marion Elsner kostet rund 20 Euro und ist im Buchhandel und im Internet erhältlich.

Das richtige Abtasten

Eine wichtige und einfache Maßnahme zur Brustkrebs-Vorsorge ist das Abtasten der eigenen Brust einmal im Monat. Doch viele Frauen sind unsicher, wie sie dabei richtig vorgehen.

Der Bereich, der abgetastet werden sollte, erstreckt sich vom Schlüsselbein bis zur unteren Brustfalte und vom Brustbein bis zur Mitte der Achselhöhle. Die rechte Hand untersucht die linke Brust und umgekehrt. Am besten teilt man sich den Bereich gedanklich in senkrechte Bahnen ein, um so wirklich jeden Bereich zu erspüren. Die drei mittleren Finger legt man aneinander und dann flach auf die Brust. Die Merkformel heißt: "Drei mal drei". Drei Finger, drei kleine Kreise, drei Druckstufen. An jeder Taststelle bewegt man die Finger dreimal kreisförmig. Zunächst mit leichtem Druck, dann mit mittlerem und zum Schluss mit starkem Druck. Dadurch ertastet man alle Schichten der Brust.

Wichtig ist neben dem Abtasten auch das Betrachten der Brust. Dazu stellt man sich vor einen Spiegel und sieht sich die Brust genau an. Dabei sollte man auch Veränderungen, kleine Dellen, winzige Beulen, Hautausschlag oder Rötungen achten. Eine eingezogene Brustwarze oder austretende Flüssigkeit können ein Alarmsignal sein.

Man sollte die Brust in verschiedenen Stellungen betrachten: mit hängenden Armen, mit nach oben gestreckten Armen, mit hinter dem Kopf verschränkten Armen, von vorn und von den Seiten. Zuletzt stemmt man die Hände in die Hüften und spannt den Brustmuskel an. Dann vornüber beugen, einmal mit und einmal ohne Anspannung des Brustmuskels. Zeigen sich Einziehungen oder Vorwölbungen?

Das regelmäßige Abtasten und Betrachten der Brust ersetzt nicht die ärztliche Kontrolle und die Mammografie. Die Kosten für letztere werden von den Krankenkassen für jede Frau zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre übernommen. Aktuelle Studien zeigen: Durch das Mammographie-Screening lässt sich die Brustkrebssterberate langfristig um etwa 30 Prozent senken.

Dieser Text gibt den Sachstand vom 20.02.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

© Rundfunk Berlin-Brandenburg

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